09 April 2009

siebenhundertzehn meter über null

Fünf Wochen auf Phangan haben uns so dermaßen entspannt, dass wir unsere Weiterreise nach Koh Lipe erst am Tag bevor es logehen sollte gebucht haben. Diese neue Angwohnheit brachte uns im Nachtzug nach Hat Yai zwei zehn Reihen voneinander entfernte Sitzplätze, statt zweier nebeneinander liegender Schlafplätze, ein. Nun gut, Angewohnheiten haben ihre Vor- und Nachteile.
Nachdem wir uns ausgiebig von unseren über die Wochen liebgewonnenen „Dorfbewohnern“ verabschiedet hatten, wurden wir um 15.00 Uhr von einem thaitypischen, pritschenwagenähnlichen Sammeltaxi, genannt Songthaew, abgeholt. Nach einer Stunde erreichten wir den Hafen von Thongsala. Von dort ging es dann relativ zeitnah mit der Fähre auf das Festland. Von Don Sak brachte uns ein Bus nach Surathani. Unser Reiseplan beinhaltete knapp drei Stunden Wartezeit, bevor wir um 0.10 Uhr mit dem Nachtzug nach Hat Yai fahren würden. Allein der Aufenthalt auf dem Bahnhof war eine Reise wert. Es gab dort eine Tafel, an der die Verspätungen der Züge manuell von einem Bahnangestellten eingetragen wurden. Der Mann hat sich in dieser Nacht keine Freunde gemacht.
Fast sämtliche Züge hatten Verspätungen, welche die in Deutschland verhasste Terminproblematik der DB locker in den Schatten stellen. Die absolute Spitze erreichte ein EXPRESSzug mit 400 Minuten Verspätung. Allerdings steht in Thailand niemand auf, um sich wild gestikulierend und lauthals beim Bahnmanager zu beschweren. Nichts dergleichen. Stattdessen machten es sich die Fahrgäste, welche laut Fahrplan um 19.45 Uhr abfahren sollten, den Möglichkeiten entsprechend gemütlich. Vielleicht ist die Tatsache der Antipünktlichkeit thailändischer Züge auch einer der Gründe, warum man zu jeder Tages- und Nachtzeit Unmengen von Lebensmitteln und Getränken in den Bahnhöfen vorfindet. Egal. Auf jeden Fall hatten wir Glück und konnten nach nur 80 Minuten Verspätung „pünktlich“ um 1.35 Uhr in unseren Zug steigen. Leider haben wir so niemals erfahren, ob der EXPRESSzug tatsächlich, wie bei unserer Abfahrt angeschrieben, um 2.22 Uhr abfuhr.
Während der Fahrt erarbeiteten wir uns weitere 80 Minuten Verspätung, sodass wir fast drei Stunden zu spät in Hat Yai ankamen. Aber was bedeutet auf unserer Reise schon „zu spät“? (;
Nach weiteren zweieinhalb Stunden in einem klimatisierten Minibus erreichten wir Pak Bara. Als Phillip die fünf Außenboardmotoren á 225 PS am Heck der Speedboote hängen sah, war entschieden, dass wir statt mit der lahmen Fähre mit einem der Speedboote nach Ko Lipe übersetzen würden. Gesagt – getan. Wie erwartet verflogen innerhalb der 60 Minuten Speedbootfahren sämtlich Unannehmlichkeiten der vergangenen 20 Reisestunden.

Unsere Anlaufstelle auf Ko Lipe war Stepháns Resort „Green Vill“. Kennengelernt haben wir Stephán auf Ko Phangan. Dort betreibt er mit seiner thailändischen Frau Katei die I-Sea-Bar, direkt in dem Resort, in dem wir unsere schöne Zeit verbracht haben. Stephán hat die Hütten seines Resorts zu neunzig Prozent aus Strandgut gebaut. Die Fred Feuerstein Höhle, in der wir bei ihm übernachtet haben, könnt ihr auf einem der Fotos sehen.

Ko Lipe ist eine wunderschöne, sehr kleine Insel mit türkisfarbenem Wasser und feinstem Sand. Trotzdem haben wir sie bereits nach einer Nacht wieder verlassen, um die Ankunft unserer Freunde auf Langkawi etwas vorzubereiten.

Auf dem Speedboot nach Langkawi trafen wir Helen und Pet, ein sehr lustiges Paar aus England. Zufällig wollten wir in dasselbe Resort und nahmen gemeinsam ein Taxi. Wir verstanden uns vom ersten Moment an hevorragend und verbrachten einige sehr schöne „Feier“tage miteinander, unter anderem Pets 30. Geburtstag. Eigentlich wollten die beiden nur zwei Tage auf Langkawi bleiben, aber wir hatten so viel Spaß zusammen, dass letztendlich 6 Tage daraus wurden. Wir freuen uns schon sehr darauf die beiden in wenigen Wochen wiederzusehen, um noch ein wenig gemeinsam durch Asien zu reisen!!! (:

Zwei Tage nach unserer Ankunft in Malaysia bekamen wir unseren ersten Besuch aus Deutschland. Ursprünglich kommt Martin aus unserem geliebten Linden, in diesem Fall allerdings direkt aus einem Kloster im Norden Thailands. Er hat mit uns die zweite Lindenerin, Inga, und Hamburgs Bine begrüßt. Vor zwei Tagen musste er sich, mit Zwischenstopp in Kuala Lumpur, wieder auf den Weg nach Hause machen.
Wir Vier haben uns viel zu erzählen und erkunden Langkawi. Gestern waren wir mit einer Seilbahn auf dem höchsten Punkt der Insel. Hoffentlich können wir euch mit unseren Fotos zumindest einen Eindruck von dem berauschenden Ausblick verschaffen.





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